St.Blaise

Heute um 04.15 klingelte der Wecker, ja ich weiss es ist Samstag. Nach dem ersten Blick aus dem Fenster schrie alles nach meinem warmen Bett. Der Himmel war vom Nebel verschleiert und es sah nicht nach einem guten Tag aus. Aber ich war mit Freunden verabredet, also gab es keinen Rückzieher. Um 05.00 startete ich mein Auto und tuckerte Richtung St. Blaise am Neuenburgersee. Zu viert suchten wir uns einen geeigneten Platz zum Fotografieren. Was uns dann erwartete war einfach der Wahnsinn! Ich hatte selten an einem Morgen so viele wunderbare Stimmungen erlebt. Zum Glück bin ich so früh aufgestanden 🙂 Mehr Bilder findet Ihr in der Galerie.

Der richtige Moment

Gibt es bei der Fotografie den richtigen Moment?

Planung ist das A und O in der Fotografie. Dies fängt bei der Suche nach dem geeigneten Spot an. Dafür gibt es gute Hilfsmittel wie Google Earth oder Maps. Oft suche ich schon so nach geeigneten Plätzen. So weiss ich schon vor dem ersten Ausflug, wo es gute Bilder geben kann. Ich sage bewusst kann, doch mehr dazu später. Das Beste ist aber immer noch sich die Plätze direkt vor Ort anzuschauen. Zum Schluss kommt dann noch das Abchecken des Wetters. Wenn alles passt und die Zeit da ist, gehts los.

Ist das jetzt die Garantie auf den richtigen Moment?

Oft war ich schon stundenlang unterwegs und kam ohne ein einziges Resultat nach Hause. Das kann mehr als frustrierend sein. Es geschieht sehr oft, dass das Wetter für meine Verhältnisse „zu schön“ ist. Ein absolut klarer Himmel ist für stimmungsvolle Landschaftsbilder schlicht zu langweilig. Wolkenstrukturen können einem Bild eine schöne Dynamik verleihen. Besonders bei Langzeitbelichtungen, wenn es Wolkenzieher gibt. Im Gegensatz dazu ist es mir schon oft passiert,dass der Himmel plötzlich kurz vor dem Sonnenauf – oder untergang zuzog und somit die schöne Stimmung verschlang.

Planbar ist der richtige Moment nie. Genau das macht für mich die Landschaftsfotografie interessant. Man kann immer wieder den selben Ort besuchen und weiss nie was einem erwartet. So erging es mir beim Bild zum Blog. Schon oft war ich an diesem Baggersee und hatte kein Glück. An diesem Tag war ich gute 2 Stunden dort, es sah aus als würde wieder nichts daraus. Als ich schon ans Zusammenpacken dachte, wurde ich doch noch belohnt. Der Himmel begann förmlich zu brennen. Ich hatte knappe 2 Minuten um dieses Bild in den Kasten zu bekommen, dann war alles vorbei.

Den richtigen Moment kann man nicht erzwingen, doch durch Ausdauer und Gedult erhöht sich die Chance solche Momente zu erleben.

Lichtverschmutzung

Ich war letzthin im Berner Jura, um mit einem Freund einen gemütlichen Fondueabend zu verbringen. Per Zufall hatte ich meine Kamera dabei, ok die ist sowieso immer dabei 🙂 Da dieser Ort ziemlich weit abgelegen von der nächsten Stadt liegt, dachte ich dass er sich perfekt für Aufnahmen des nächtlichen Himmels eignet. Von blossem Auge sah es anfänglich vielversprechend aus. Aber was ich auf dem Kameradisplay sah, war alles andere als wenig Lichteinfluss. Heutzutage gibt es leider immer weniger Orte auf der Welt welche nicht davon betroffen sind. Durch die Industrialisierung und den ständigen anwuchs an Wohnfläche nimmt die Lichtverschmutzung jährlich enorm zu. Versucht mal in einer Stadt, wie Zürich oder Genf, den Sternenhimmel zu beobachten, viel wird man da nicht mehr zu sehen bekommen. Ich war vor 4 Jahren in Spanien auf dem Jakobsweg, welcher durch sehr abgelegene Orte in Nordspanien verläuft. Meine Tage begannen meistens sehr früh, da es um diese Zeit von den Temperaturen her viel angenehmer war. Was ich dort am Nächtlichen Himmel sah war jedes mal wieder überwältigend, eine Unmenge an Sternen. Ich will jetzt in keinstem Sinne moralisch werden, jedoch sollten wir uns doch Gedanken darüber machen. Schon oft, als ich in der Nacht unterwegs war, fielen mir die Unzähligen Autohäuser, Möbelgeschäfte oder Einkaufszentren auf, welche die ganze Nacht bis in den hintersten Winkel ausgeleuchtet waren. Worin liegt hier der Sinn?

Etang de la Gruère

Am Morgen des ersten Tages im Jahr 2015 entschloss ich mich wieder einmal in die Jurahöhen zu gehen. Die letzten Tage hat es ziemlich viel geschneit, was mir die Hoffnung für schöne Schneelandschaften gab. Tagwache war um 04.00 in der früh, hatte ja noch genügend zu tun. Kaffee vorbereiten, Equipment check und etwa 700 Schichten Kleider. Beim hochfahren fuhr ich als erstes in eine dicke Nebelwand, oh oh wird das nichts mit meinem Vorhaben? Egal ich bin schon wach, also wird jetzt weiter gefahren. Oben angekommen herrschten eisige -13°C, glücklicherweise kein Wind und der Nebel war weg! Der Weg zu meinem Spot war mit ca 60cm Neuschnee bedeckt, ja das nächste mal nehme ich Schneeschuhe mit 🙂 Aber die Anstrengung war es Wert, ich wurde mit wunderschönen Himmelsfarben und verschneiten Bäumen belohnt.

Französischer Jura

Anfangs Februar war ich mit einem Freund im französischen Jura unterwegs. 15 Km Fussmarsch, mit je guten 10 Kg Fotoausrüstung. Eisige Umgebung und tonnenweise Schnee, es hatte schon fast Survival-Trip Charakter. Die Füsse waren schon fast taub , dafür wurden wir mit wunderschönen Winterlandschaften belohnt.